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ISBN/EAN: 978-3-9899893-0-6
Format: EPUB
DRM: Nicht vorhanden
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Auflage:
1. Auflage 2025
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
254 S., 1.39 MB
Empfohlene App:
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Kalt wie die Nordsee

eBook - Der spannende Küstenkrimi zwischen Aurich und den Inseln Spiekeroog und Langeoog, Neuausgabe / New edition, Neuausgabe / New edition

4,99 €
inkl. MwSt.

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Beschreibung

Ein brutaler Mord, ein Stalker mit dunkler Vergangenheit und eine Ermittlerin, die tief vergrabene Wahrheiten ans Licht bringt

Als am Strand von Neuharlingersiel ein Mann tot aufgefunden wird, steht Kriminaloberkommissarin Serafine Küster, genannt Fine, vor einem rätselhaften Fall: Das Opfer ist nicht ertrunken, sondern offenbar aus großer Höhe gestürzt und anschließend im Meer versenkt worden. Schnell findet Fine heraus, dass der Mann unter falscher Identität lebte und ein verurteilter Stalker war. Doch wer hatte ein Motiv, ihn zu töten?

Die Ermittlungen führen Fine neben dem Festland auch auf die Nordseeinseln Spiekeroog und Langeoog, auf denen sich die Spuren einiger verdächtiger Personen kreuzen: die Exfreundin des Opfers, die Eltern einer verschollenen Tochter, und ein junges Paar, das irgendetwas verschweigt. Und was hat das alles mit einer Autowerkstatt in Aurich zu tun?
Nichts scheint zusammenzupassen, und je näher Fine der Wahrheit kommt, desto größer wird die Gefahr.
Wird sie das Puzzle rechtzeitig zusammensetzen – oder ist sie dem Täter bereits zu nah gekommen?

Erste Leser:innenstimmen
„Ein atmosphärischer Nordseekrimi mit überraschenden Wendungen und einer starken Ermittlerin – Serafine Küster überzeugt mit klarem Verstand und emotionaler Tiefe.“
„Die geschickte Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart macht diesen Krimi besonders lesenswert.“
„Was als klassischer Mordfall beginnt, entwickelt sich zu einem komplexen Verwirrspiel um Identitäten und Rache.“
„Der Kontrast zwischen der beschaulichen Küstenlandschaft und des düsteren Ermittlerkrimi schafft eine besondere Atmosphäre.“

Leseprobe

Kapitel 1

Der Regen prasselte so heftig auf die Windschutzscheibe, dass die Scheibenwischer trotz höchster Stufe nicht mehr hinterherkamen. Serafine Küster, von allen nur Fine genannt, blinzelte, doch das änderte nichts. Sie konnte keine zehn Meter weit sehen. Selbst die roten Rücklichter des voranfahrenden Autos waren nur mit Mühe zu erkennen. Hier war Schritttempo angesagt. Abgesehen davon, dass die B210 sich binnen weniger Minuten in ein Schwimmbad verwandelt hatte. Fine erinnerte sich an ihr letztes Fahrtraining, das sie noch in Erlangen absolviert hatte, bevor sie sich nach Aurich hatte versetzen lassen. Um Aquaplaning zu vermeiden hieß es: Ruhe bewahren, nicht zu schnell fahren, kaum lenken, möglichst wenig bremsen, und die anderen Autos im Auge behalten. Was an und für sich schon ein Witz war, wenn man rein gar nichts vor oder hinter sich erkannte.

Aber rechts ranfahren war auch nicht möglich, dort befand sich ein tiefer Graben. Stehenbleiben war auch keine Option, wenn sie nicht riskieren wollte, dass das hintere Auto auf sie auffuhr. Außerdem musste sie nach Neuharlingersiel zu einem Tatort.

Falls es ein Tatort war. Das stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Alles, was Fine wusste, war, dass am Sandstrand von Neuharlingersiel eine männliche Leiche gefunden worden war. Vermutlich angeschwemmt. Sie holte tief Luft. Vielleicht war der Mann ertrunken, ein Badeunfall. Oder er war von einem Boot gefallen. Zumindest hatten die Verantwortlichen, die den Fundort gesichert hatten, die Polizeiinspektion in Aurich angerufen. Und Fine war als Kriminaloberkommissarin zusammen mit ihrem Kollegen Bernhard Mies, genannt Hardy, nach Neuharlingersiel geschickt worden, um sich selbst ein Bild zu machen.

Bis vor zwei Tagen hatten sie traumhaftes Sommerwetter an der Küste genossen. Temperaturen um die zweiundzwanzig Grad, maximal Schleierwolken am Himmel und nicht ein Tröpfchen Regen. Nicht unbedingt ideal für die Natur, aber perfekt für den Start in die Saison. Die Touristen bevölkerten bereits das historische Harlingerland mit den Inseln Spiekeroog und Langeoog, das heute weitestgehend den Landkreis Wittmund umfasste. Rund 2,5 Millionen Übernachtungen zählten sie hier pro Jahr. Eine Zahl, die für Fine nicht greifbar war. Mit was sollte man das auch vergleichen?

Hinter sich hörte Fine jetzt ein Hupen. Sie schaute in den Rückspiegel und dann in den Seitenspiegel, konnte aber nicht ausmachen, wer wen angehupt hatte. Wenigstens hielt sich Hardy mit Äußerungen jeglicher Art zurück und ließ Fine in Ruhe fahren. Ob er tatsächlich so ruhig war, wie es die Stille im Auto vermittelte, konnte Fine nicht beurteilen – sie traute sich nicht, den Blick von der Straße abzuwenden und zu Hardy zu schauen. War vielleicht auch besser so.

***

Eine gute Dreiviertelstunde später, wesentlich langsamer als sonst, erreichte Fine den Parkplatz hinter der Touristeninformation in Neuharlingersiel. Der Regen hatte aufgehört, die Wolken türmten sich noch zu hohen Bergen über dem Deich, doch in Richtung Nordsee spähte an einer Ecke schon die Sonne hervor. Es war wie so oft am Meer: Das Wetter kam, das Wetter ging. Teilweise innerhalb von Minuten. Regen ist es erst, wenn die Fische horizontal an dir vorbeischwimmen. Das hatte Fine vor Kurzem auf einer Postkarte gelesen.

Sie grinste und stieg aus dem Auto, fuhr sich durch die schwarzen Haare, die der Wind ihr ins Gesicht wehte. Ein Sonnenstrahl brach durch die Wolken und spiegelte sich in den Pfützen des Parkplatzes, sodass diese kurz wie Diamanten aufleuchteten. Die Luft roch frisch, als wäre die Natur von all dem Staub und Sand, der sich auf sie gelegt hatte, reingewaschen worden. Fine atmete tief ein. Glaubte fast, das Meer riechen zu können, das Salz in der Gischt. Dabei wusste sie nicht einmal, ob Flut oder Ebbe war. Sie holte ein Zopfgummi aus ihrer Umhängetasche, die auf dem Rücksitz des Autos lag, und zwirbelte ihre Haare zu einem Messy Bun zusammen. Würde sie das nicht tun, könnte sie ihre Haare heute Abend in stundenlanger Kleinarbeit auseinanderziehen, weil der Wind die Strähnen ineinander verknotet hätte.

„Weißt du, wo wir hinmüssen?“ Hardy hatte zwar schon die Beifahrertür geöffnet, saß aber noch auf dem Sitz und schaute zu ihr hoch, das Handy in der Hand. Er steckte sich eine seiner langen Locken hinter das Ohr, die sich aus seinem Pferdeschwanz gelöst hatte.

Fine warf einen Blick auf das Display. Eine Wetter-App, die den Regenverlauf über der Küste anzeigte. Momentan schien die Gefahr gebannt, der Regen zog weiter in Richtung Inland.

„Eigentlich müssen wir nur über den Deich, dann sollten wir es schon sehen. Zumindest hat das Werner Thomas gesagt. Falls der Regen sie nicht weggeschwemmt hat.“

Wenn der Leiter der Spurensicherung nicht wusste, wo die Leiche war, wer dann?

Fine hängte sich ihre Tasche über die Schulter und bedeutete Hardy, aus dem Auto zu kommen. Er brummte vor sich hin und erhob sich mühsam, indem er ein Bein nach dem anderen nach draußen streckte und sich am Türrahmen hochzog. Fine grinste. Hardy war mit seinen 1,90 Meter doch etwas groß für den Mittelklasse-Kombi, selbst wenn er den Sitz so weit wie möglich nach hinten schob.

„Lach nicht.“ Hardy verzog den Mund, verschränkte die Hände hinter seinem Rücken und zog sie von sich weg, bis es deutlich hörbar in seiner Wirbelsäule knackte. Obwohl er das jedes Mal machte, wenn er aus dem Auto stieg, hatte Fine sich noch nicht daran gewöhnt. Das Geräusch ließ sie zusammenzucken, was wiederum Hardy zum Lachen brachte.

„So schreckhaft heute?“

Fine wandte den Kopf hin und her. „Ist das ein Wunder? Wahrscheinlich bin ich völlig überreizt nach der Fahrt. Zu viel Konzentration auf einmal.“

„Sollen wir uns vorher noch einen Kaffee für den Weg holen?“ Hardy deutete auf die Deichkombüse, ein Imbiss vor dem Treppenaufgang zum Deich.

Fine nickte und nahm ihren Thermobecher aus der Tasche. Hardy drehte sich um, bückte sich ins Auto hinein und griff ebenfalls nach seinem Becher, der in der Mittelkonsole stand. Dann schlug er die Autotür zu, und Fine schloss ab.

***

Mit ihren gefüllten Thermobechern in der Hand stiegen sie nebeneinander die Treppenstufen zum Deich hoch. Der Wind nahm zu, und als sie oben angekommen waren, fuhr er Fine unter die Jacke, die sich daraufhin deutlich aufplusterte. Schnell schlug sie beide Arme um ihren Oberkörper zusammen und zog den Reißverschluss der Jacke ganz nach oben. Warum hatte sie nur wieder ihren Schal vergessen? Dabei wusste sie doch, dass der Wind sich an der Küste viel kälter anfühlte als in der Stadt. Wobei, Aurich als Stadt zu betiteln schon etwas übertrieben war, Fines Meinung nach.

Aurich hatte rund 42 000 Einwohner – nicht einmal halb so viel wie Erlangen, der Stadt in Mittelfranken, aus der Fine ursprünglich stammte. Lange Zeit hatte sie dort gelebt, zusammen mit ihrem Mann Tom und der gemeinsamen fünfjährigen Tochter Lilith. Bis ein Amokfahrer ihr die beiden genommen hatte.

Fine schluckte schwer. Das alles lag gut zwei Jahre zurück. Ihre Nase kribbelte, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Verdammt. Sie zog die Nase hoch und schaute schnell in die andere Richtung, weg aus Hardys Blickwinkel. Blinzelte, bis die Tränen sich mit dem Wind auflösten. Dann kniff sie die Lippen zusammen ...

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