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ISBN/EAN: 978-3-9899862-1-3
Format: EPUB
DRM: Nicht vorhanden
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Auflage:
1. Auflage 2025
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
320 S., 1.42 MB
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Die Töchter Cornwalls

eBook - Ein mitreißendes Familiengeheimnis an der Küste Cornwalls, Neuausgabe / New edition, Neuausgabe / New edition

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Beschreibung

Kann wahre Liebe wirklich die Zeit überdauern? Vier Generationen von Frauen und ein Haus, das sie alle verbindet.

Cornwall, 1914: Die junge Grace Harrington, Erbin von Tremayne Hall, verliebt sich in den mittellosen Künstler James L. Wight. Ihre Familie kann dies nicht akzeptieren, dennoch treffen sich die beiden immer wieder heimlich – bis der Erste Weltkrieg sie auseinanderreißt. Schwanger und mit gebrochenem Herzen steht Grace alleine da, denn von James bleibt nur ein Schweigen, das sie den Rest ihres Lebens begleitet.

Gegenwart: Grace's Urenkelin Lola begibt sich auf die Suche nach Hinweisen über James' Verschwinden während des Krieges. Unterstützt von dem charismatischen Historiker Archie macht sie sich auf die Reise nach Cornwall und findet dort heraus, dass ihre Urgroßmutter eine Schlüsselrolle in einer geheimen Widerstandsbewegung spielte. Kann die Geschichte ihrer Vorfahren ihnen helfen, nicht nur James' Schicksal zu enthüllen, sondern auch ihre eigenen Ängste zu überwinden?

Erste Leser:innenstimmen
„Ein atemberaubender Roman voller verborgener Wahrheiten, dunkler Geheimnisse und natürlichen Emotionen.“
„Dieses verflochtene Familiengeheimnis war eine packende Mischung aus familiärer Vergangenheit und verbotener Liebe.“
„Lolas Suche nach der Wahrheit hat mich sehr berührt in diesem dramatischen Liebesroman.“
„Ein generationenübergreifendes Geheimnis wird in diesem Familienroman gelüftet.“

Leseprobe

Prolog

Tintagel, Cornwall, März 1904

Grace

Wenn Grace Elizabeth Sophia Harrington eines nicht war, dann gewöhnlich. Ihre blauen Augen spiegelten nicht nur die Weite des Ozeans, sondern auch ihre Entschlossenheit wider, sich den gesellschaftlichen Konventionen zu widersetzen. Schon in jungen Jahren zeigte sie eine bemerkenswerte Unabhängigkeit und einen starken Willen, der sie oft in Konflikt mit den hierarchischen Erwartungen brachte. Wegen der strengen Regeln, die in ihrem Zuhause Tremayne Hall und der Gesellschaft, in der ihre Familie agierte, herrschten, fühlte sie sich von Kindesbeinen an wie ein Vogel in einem Käfig, dessen Flügel bereits zuckten, um die Welt jenseits der Mauern des Anwesens zu erkunden. Die Frage war nur: Wann würde dies geschehen?

„Oh, Martha, musst du wirklich wieder dieses altmodische Kleid herauskramen?“

„Aber Miss Grace, es ist Ihr bestes Kleid und passend für die Festlichkeit heute Abend.“

„Mag sein, aber ich sehe darin aus wie eine alte Jungfer. Ich möchte etwas, das mehr … Schwung hat. Und wenn ich nur an das Korsett denke …“ Grace schmollte.

„Verzeihen Sie meine Offenheit, Miss Grace, aber Ihre Mutter würde nicht erfreut sein, wenn ich Sie in etwas Unpassendes kleide. Es ist immerhin der 80. Geburtstag Ihres Onkels Arthur …“

Grace bemerkte, wie Martha unauffällig eine Strähne ihres brünetten Haars zurückstrich, ehe sie sich räusperte und die Hände faltete. Martha war seit Jahrzehnten in Tremayne Hall tätig und kannte Grace von klein auf.

Ihre Eltern hatten eigene Kammerdiener, und ihr stand ebenfalls eine Kammerfrau zu – doch Martha, die eigentlich als Hausdame fungierte, war die Einzige, die Grace an sich heranließ. Vielleicht, weil sie ihr näherstand als ihrer Mutter Lady Sophia, die mehr auf die Gesellschaft achtete, als auf ihre eigene Tochter bedacht war. Es war nicht selbstverständlich, dass Martha sich um solche Dinge kümmerte, doch sie tat es – und sie tat es gerne, wie Grace wusste.

„Mutter denkt immer nur an Konventionen und Etikette. Sie vergisst, dass ich ein eigenes Leben habe.“ Martha lächelte mild.

„Ich verstehe Ihre Ansicht, aber Sie müssen bedenken, dass diese Festlichkeit eine wichtige Angelegenheit für Ihre Familie ist. Man erwartet, dass Sie hierfür angemessen gekleidet sind.“

Grace stand vor dem Spiegel und betrachtete das Kleid, das die Hausdame für sie aus dem Schrank genommen hatte, daneben lag ein Korsett bereit. Es war gewiss ein elegantes Stück aus cremefarbenem Stoff, verziert mit Spitzen und Stickereien entlang des Saums und der Ärmel. Doch trotz der unleugbaren Handwerkskunst war sie wenig begeistert.

„Nun gut, ich nehme an, ich werde es tragen müssen“, murrte sie schließlich. „Aber ich sage dir eins, Martha, ich werde mich den ganzen Abend darin fühlen, als wäre ich eingesperrt.“ Martha lächelte verständnisvoll, half ihr, in das Kleid zu schlüpfen, ehe sie es am Rücken schloss.

„Meine Güte, Miss Grace, Sie sehen hinreißend aus. Bezaubernd. Jetzt fehlen nur noch die Haare“, bemerkte sie, bot ihr den Platz am Frisiertisch an und kämmte sorgfältig das rötlich gewellte Haar.

Grace zuckte zusammen, als die Bürste ihre Kopfhaut berührte. Sie hasste es, still sitzen zu müssen. Dann ließ sie ihren Blick gedankenverloren umherschweifen. Ihre Augen wanderten über die Möbelstücke, deren Eleganz mit dem Licht der Sonne spielte, das zwischen die Vorhänge fiel. An den Wänden schimmerten Spiegel in goldenen Rahmen, die die Sonnenstrahlen reflektierten und wie durch Zauberhand glitzerten. Auf dem Frisiertisch standen Parfümfläschchen aus Frankreich, und daneben lag edler Schmuck aus aller Herren Länder, Erbstücke ebenso wie Geschenke. Es wäre in der Tat ein schönes Leben, das sie hier in Tremayne Hall führte, wenn, ja wenn, die Welt, in der sie lebte, nur ein bisschen gerechter wäre. Denn trotz der Pracht, die sie jeden Tag umfing, fühlte sie sich abgeschirmt – gefangen in einem Leben, das nicht völlig das ihre war …

Kapitel 1

Southampton, Hampshire,

Lola

Lola zog den Reißverschluss ihrer schwarzen Jacke hoch, um sich gegen den Wind zu schützen, der durch die Straßen von Southampton pfiff, und steckte die Hände tief in die Taschen. Sie beobachtete die Passanten, die mit gesenkten Köpfen und hochgeschlagenen Mänteln an ihr vorbeieilten, während sie selbst gemächlich durch die Stadt schlenderte. Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und süßem Gebäck wehte aus den kleinen Cafés und mischte sich mit der salzigen Brise vom nahen Meer.

Sie ging vorbei an den Backsteinhäusern mit ihren verwitterten Fassaden, einem Blumenladen, dessen Auslage in der tristen Straße bunt leuchtete, und passierte ein Bekleidungsgeschäft mit elegant dekorierten Schaufenstern. Ihr Ziel: das Bistro The Gull am Hafen, bekannt für seine herzhaften Gerichte zu erschwinglichen Preisen. Während sie durch die Menge lief, schrieb Lola eine Nachricht an ihre beste Freundin Jane. Die beiden kannten sich seit dem Kindergarten, und teilten viele Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit. Ihre Freundschaft hatte sich im Laufe der Jahre nie abgeschwächt – im Gegenteil.

Hey Doodles, wie geht’s? Hast du die Tage Zeit?

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

Hi Snuggles! Klar, ich habe doch die ganze Woche frei! Steht was an?

Lola grinste. Auf Jane – Kosename Doodles – war eben immer Verlass. Während sie weiter durch die Straßen von Southampton schlenderte, riss der Wind an ihren dunklen Haaren. Genervt strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht, ihre braunen Augen huschten über das Display, als sie die nächste Nachricht tippte.

Ich bräuchte dein Feedback für meinen Artikel in der Tageszeitung.

Lola arbeitete seit einigen Jahren als freiberufliche Texterin. Momentan schrieb sie für die Lokalpresse eine Serie über Restaurants in Southampton. Schon seit Wochen erkundete sie die kulinarische Szene der Stadt – von kleinen Bistros mit lokaler Küche bis hin zu Fine-Dining-Erlebnissen mit internationalen Spezialitäten.

Klar, lass uns das gemeinsam durchsehen!

Perfekt, ich danke dir jetzt schon, tippte sie flink, ohne darauf zu achten, wohin sie lief. Doch als Lola plötzlich mit jemandem zusammenstieß und ihr Handy beinahe aus der Hand fiel, machte ihr Herz einen Sprung. Verwirrt, aber erleichtert, schnell reagiert zu haben, hob sie den Kopf.

„Entschuldigung!“, murmelte sie, ehe sie prüfte, wen sie überhaupt angerempelt hatte. Lola blieb die Luft weg. Vor ihr stand ein Mann in einem Mantel, unter den Arm eine Aktentasche geklemmt, gepflegter Bart, vielleicht ein paar Jahre älter als sie. Seine grauen Augen hatten eine Tiefe, die fesselte. Das braune, füllige Haar war nach hinten frisiert, die Augenbrauen akkurat in Form gebracht und er duftete nach Jean Paul Gaultier – dem Duft aus dem schwarzen Flakon. Das wusste Lola, weil sie erst letzten Samstag mit ihrer Freundi...

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