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Mordsmäßig unverblümt
eBook - Louisa Manus erster Fall, Louisa Manu-Reihe, Neuausgabe / New edition, Neuausgabe / New edition
Beschreibung
Ein neueröffnetes Blumengeschäft, chaotische Familienbeziehungen und ein makabrer Fund im Sperrmüll– willkommen im Leben von Louisa Manu!
Wenn man innerhalb eines Tages einem Polizisten auffährt und einen Finger in einem alten Holzkästchen findet, kann das durchaus zu Stress führen. Wenn sich der leitende Ermittler aber als ebendieser Polizist herausstellt, man sich um das eigene Blumengeschäft, die verantwortungslose Schwester und die unfähige 70-jährige Mitarbeiterin kümmern muss, ist Chaos vorprogrammiert.
Doch Louisa Manu ist fest davonüberzeugt, dass sie den Fall aufklären und gleichzeitig ihr Leben in den Griff kriegen wird. Schließlich ist sie neugierig, clever, motiviert– und fast nichtüberfordert ...
Erste Leser:innenstimmen
„Ich spreche eine absolute Lesempfehlung für diesen lustigen und unterhaltsamen Frauenroman aus, der mit einer Prise Liebe und Krimi gewürzt ist.“
„Der Schreibstil ist grandios. Ich fühlte mich gut unterhalten und musste oft lachen.“
„Für eine so junge Autorin finde ich die Sprache wahnsinnig ausgereift.“
„Auch mir hat das Buch sehr gefallen. Endlich mal keine Ermittlerin mit High-End-Abschluss in allem Möglichem!“
„Fragenüber Fragen… Und ein wunderschönes Ende.“
„Saskia, ich liebe Deinen "Frauenkrimi". Einfach "Hyvää on" auf Finnisch heißt das sehr gut! Ich kann garnicht aufhören zu lesen…“
Leseprobe
Kapitel 1
Mein Tag war scheiße.
Nein, ‚Scheiße‘ war noch ein zu positives Wort. Mein Tag war wie Big Brother im Fernsehen mit Streichhölzern, die meine Augen offen hielten, keine Schokolade mehr im Haus und die Führerscheinprüfung zusammen!
Ich hatte zweitausend Tulpen geliefert bekommen, obwohl ich Rosen verlangt hatte und war von meiner Nichte mit einem Minigolfball am Kopf getroffen worden. Ganz offensichtlich hatte ich bei dem Aufprall des Balles meine letzte aktive Gehirnzelle verloren, denn das war die einzige Erklärung dafür, dass ich meiner kleinen Schwester ohne Widerworte meine Kreditkarte überlassen hatte. Zu allem Überfluss hatte ich seit sieben Stunden nichts mehr gegessen, wurde von meiner Mutter auf meinem Handy tyrannisiert – die seit drei Tagen pausenlos anrief, um herauszufinden, wie ich mit dem Zahnarzt hatte Schluss machen können – und kam zu spät zu meinem Termin mit einem jungen Brautpaar, das die Blumenarrangements besprechen wollte! Ach ja, außerdem war heute Montag! Montag!
Vielleicht war ‚Scheiße‘ doch das richtige Wort. Man konnte es ja beliebig oft wiederholen, um ihm die nötige Stärke zu verleihen.
Ich drückte das Gas durch und mein Auto beschleunigte von Null auf Zehn in zwanzig Sekunden, während der Motor vor Anstrengung ächzte. Die Uhr zeigte fünf vor vier an und ich stöhnte laut auf, nicht zuletzt, um mein erneut klingelndes Handy zu übertönen.
Ich würde es nie rechtzeitig schaffen, dabei brauchte ich den Auftrag! Ich war noch nicht lange im Blumengeschäft und brauchte jeden Job, den ich kriegen konnte. Die blöde Tulpenstornierung würde mich für diesen Monat wahrscheinlich wieder in die roten Zahlen treiben, aber das könnte ich mit ein, zwei Hochzeiten wieder reinbekommen. Vor mir schaltete die Ampel auf Rot und ich bog spontan nach links in einen kleinen Schleichweg ab, der die meisten Ampeln der Innenstadt umging, auf dem aber nur dreißig Stundenkilometer erlaubt waren.
Na ja, die Geschwindigkeitsbegrenzung war ja wohl doch eher eine Richtlinie. Ich schaltete in den dritten Gang, nur um nach zwanzig Sekunden wieder zurückzuschalten, weil ein schickes schwarzes Auto vor mir die Idee mit den Richtlinien offenbar nicht ganz verstanden hatte.
„Komm schon! Rechts ist das Gas! Rechts!“, brüllte ich und trommelte nervös mit den Fingern auf das Lenkrad. Mein Handy fing erneut an zu klingeln und fluchend tastete ich mit meiner Hand danach, um es auszuschalten, während ich den Fuß noch etwas vom Gas nahm. Wenigstens nach dem Stoppschild würde ich den Schleicher vor mir loswerden!
Ich versuchte nach dem Handy auf dem Beifahrersitz zu greifen, stieß es stattdessen aber in den Fußraum.
Gott, ich musste den Klingelton ändern. Die Titelmusik von Darth Vader war zwar am Anfang lustig gewesen, aber jetzt, da meine Mutter so oft anrief, war sie einfach unerträglich. Wann schaltete sich endlich die Mailbox ein? Ich sah auf die Straße, wurde noch ein bisschen langsamer und ließ mich dann schnell zur Seite gleiten, um das Telefon zu bergen.
Dass das Auto vor mir angehalten hatte, bemerkte ich erst, als jemand laut hupte, mein Kopf nach oben schnellte und ich panisch Bremse und Kupplung durchdrückte.
Mein Auto war zwar langsam, aber nicht langsam genug.
Der alte Passat stieß mit einem zarten Scheppern und den restlichen fünf Stundenkilometern in den Wagen vor mir.
Den schicken schwarzen, neuen Audi A5.
Oh, verdammt!
Leise fluchend schloss ich die Augen und stellte den Motor ab. Ich hätte im Bett bleiben sollen. Als die Spinne sich auf mein Kopfkissen abgeseilt hatte, hätte ich das als Omen sehen und einfach liegen bleiben sollen!
Jetzt war es zu spät.
Aber vielleicht hatte ich ja Glück. Vielleicht saß ein älterer, liebenswürdiger Herr in dem Audi, der mit einer wegwerfenden Handbewegung sagte, dass ich ihn ja nur leicht angestupst hatte.
Die Tür des Audis glitt auf und jede Hoffnung wurde zerstört. Mit zwei langen, in Jeans verpackten Beinen voran, stieg die personifizierte Wut vom Fahrersitz.
Dieser Mann war beängstigend. Beängstigend groß, beängstigend durchtrainiert und beängstigend … heiß.
Ende zwanzig, Anfang dreißig vielleicht, kurze braune Haare, hellbraune Augen … oh. Nein, jetzt waren sie wütend und dadurch vermutlich dunkelbraun geworden.
Trotzdem – seine einschüchternde Energie schadete seiner Attraktivität nicht im Geringsten.
Hitze stieg in meine Wangen und mit einem immer größer werdenden Kloß im Hals zog ich den Schlüssel ab und stieg aus. Das Handy klingelte immer noch und es war, als würde Darth Vader selbst auf mich zukommen.
„Haben Sie keine Augen im Kopf?“, brüllte er.
Blinzelnd sah ich ihn an.
Schön. Ich war abgelenkt worden und der Unfall war natürlich meine Schuld – aber deswegen musste er doch nicht gleich brüllen! Meine Mutter wäre entsetzt über dieses Verhalten. Höflichkeit war etwas, das viele Menschen verlernt zu haben schienen.
„Habe ich. Ohren übrigens auch, also, könnten Sie vielleicht Ihre Stimme senken?“
Der Mann kniff die Lippen zusammen. „Sie sind mir hinten drauf gefahren! Nur weil Sie Ihren Führerschein mit einem Rubbellos gewonnen haben, sollte ich mich nicht beherrschen müssen!“
Das reichte! Mein Tag war sowieso schon bescheiden genug und er hatte nicht das Recht mich so anzufahren, nur weil ich sein Heck ein wenig angestupst hatte! Man konnte noch nicht einmal groß was sehen! Vielleicht eine klitzekleine Einbeulung am Stoßdämpfer und ein, zwei Kratzer an den Rückleuchten.
„Zu einem Unfall gehören immer zwei!“, fauchte ich deshalb zurück.
Seine Augen wurden ungläubig groß. „Wie bitte?“
Wütend und frustriert warf ich meine Hände in die Luft. „Na ja, wer hält heutzutage noch an einem Stoppschild? Das kann ich doch nicht ahnen, dass Sie der einzige Mann auf der ganzen Welt sind, der sich an die Verkehrsregeln hält und fünf Sekunden lang vor dem Scheißding stehen bleibt!“
„Sie werfen mir vor, dass ich korrekt gefahren bin?“
Ja, genau das. Aber laut ausgesprochen hätte das bescheuert geklungen, deswegen änderte ich den Satz ein wenig ab. „Nein, ich werfe Ihnen vor, dass Sie überkorrekt gefahren sind!“
„Was reden Sie da? Man kann nicht überkorrekt an einem Stoppschild halten! Entweder man hält oder man hält nicht!“ Er machte noch einen Schritt auf mich zu und überragte mich nun um einen ganzen Kopf. „Sie haben in Ihrem Fußraum herumgewühlt!“
Ich vergaß immer, dass normale Autos tatsächlich funktionierende Rückspiegel besaßen. „Na ja … wenn Sie meine Mutter kennen würden, könnten Sie das verstehen“, verteidigte ich mich sofort und überkreuzte die Arme, „es war eine Notwendigkeit, im Fußraum nach meinem Handy zu suchen.“
Seine Miene blieb versteinert und innerlich seufzte ich tief. Mir war selbst bewusst, dass meine Argumentation ein paar gigantische Lücken aufwies.
„Schön! Ich hab einen Fehler gemacht“, lenkte ich ein, „können wir das so regeln oder wollen Sie die Polizei rufen?“
Von oben her...
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